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Geschichtlicher Hintergrund
Heinrich (876-936), Herzog von Sachsen, gelang nach seiner
Wahl zum ersten deutschen König 919 die Schaffung eines organisierten
Reichsgebildes auf ostfränkischen Gebiet, aus dem sich dann
der deutsche Staatsverband entwickelte. Heinrich ließ die
alte Burg in Quedlinburg zu einer Königspfalz ausbannen und
schuf hier eine der bevorzugten Residenzen des Herrscherhauses,
in der ein gutes Stück früher deutscher Geschichte geschrieben
wurde. König Heinrich I. und seine Gemahlin Mathilde sind in der
hiesigen Stiftskirche begraben.
Erläuterung zum Heinrich-Brunnen
Die hier dargestellte Szene nimmt Bezug auf die Legende, die
sich um den ersten deutschen König, Heinrich I. (876-936), rankt.
Sachsen-Herzog Heinrich soll beim Vogelfang am Finkenheid in
Quedlinburg im Jahr 919 die Nachricht erhalten haben, dass er zum
deutschen König gewählt worden ist. Herzog Eberhard von Franken
setzte ihm nach der Legende die Krone sogar persönlich auf das
Haupt.
Der Quedlinburger Künstler Jochen Müller hat dieses Motiv
aufgegriffen und zeigt mit einem Augenzwinken, die Heinrich
mehr am Vogelfang als an der Krone interessiert ist.
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Von kirchlicher Seite soll die Wahl Heinrichs auf Missfallen
gestoßen sein, dementsprechend ablehnend is die Haltung des
Bischofs dargestellt.
Abseits des hochherrschaftlichen Geschehens steht auf der unteren
Stufe des Brunnens eine Vertreterin des einfachen Volkes. Die
Bäuerin oder Magd wendet sich als Ausdruck des sozialen Kontrastes
mit leeren Händen ab.
Ein Chronist schenkt dem Geschehen hinter seinem Rücken wenig
Aufmerksamkeit. Er scheint zu überlegen, was er ins Geschichts-
buch schreiben soll.
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